Rehkitzrettung
Wir helfen Retten. Jedes Jahr zwischen Ende April und Mitte Juli sterben mehrere Tausend Rehkitze in der Schweiz durch Mähmaschinen. Nehmen Sie deshalb rechtzeitig mit Ihrem/Ihrer benachbarten Jäge/in, dem/der Ortsdelegierten oder der Wildhut Kontakt auf. Am Tag vor dem ersten Schnitt kann die Rehgeiss durch geeignete Verblendungseinrichtungen dazu bewegt werden, ihr(e) Kitz(e) fortzubringen. Konnte ein Zwischenfall dennoch nicht verhindert werden, ist die Wildhut zu informieren.
Die Kontaktangaben der Ortsdelegierten finden Sie in der Rubrik „Unser Verein“.
Seit Frühling 2022 wird die Rehkitzrettung zusätzlich mithilfe von Drohnen durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie unter www.rehkitzrettung-nw.ch
Mit Engagement und dem «Gewusst wie» werden viele Kitze vor dem Mähtod bewahrt.
Allgemeines
Bei der Rehkitzrettung gilt das oberste Ziel, den Tieren keine ungerechtfertigten Schmerzen, Leidenoder Schäden zufügen (Art. 4 TschG). Somit gilt die Verantwortung bei den Landwirtinnen oder Landwirte, welche die Wiesen mähen.
Im Mai und Juni beginnt landauf und landab wieder das Mähen der Futtergraswiesen. Im hohen Gras der Wiesen finden sich die bevorzugten Setzplätze der Rehgeissen. Die gesetzten Kitze verlassen sich in den ersten Lebenswochen auf ihre Tarnung und ducken sich deshalb bei Gefahr im hohen Gras. Deshalb werden jährlich viele Rehkitze Opfer von Mähmaschinen. Um solche Mähverluste und damit einhergehendes Tierleid zu verhindern, können verschiedene Massnahmen ergriffen werden. Landwirtinnen und Landwirte sind verpflichtet, die folgenden Empfehlungen zu beachten. Bei Bedarf unterstützen die Ortsgruppen gerne.
Anmähen am Vortag
Das Anmähen der Wiese am Vorabend versetzt die Rehgeiss bereits in Alarmbereitschaft. Sie fühlt sich unsicher und bringt im besten Fall ihren Nachwuchs an einen anderen Ort. Die Mähmaschine soll vor Ort stehen gelassen werden.
Verblenden (Verscheuchen)
Damit die Rehgeiss ihren Nachwuchs von der Mähwiese wegbringt, können am Vorabend des Mähtages einfache Verblendungen aufgestellt werden. Sollte aus irgendwelchen Gründen am darauffolgenden Tag auf das Mähen verzichtet werden, müssen diese sofort wieder entfernt werden. Sonst gibt es einen Gewöhnungseffekt und die Wirkung setzt aus. Beim Aufstellen soll die unmittelbare Umgebung um die «Scheuche» abgesucht werden. Die Rehgeiss könnte sich eventuell nicht mehr trauen, ihr Kitz in der nächsten Nähe der Verblendung abzuholen und aus dem Gefahrenbereich zu führen.
Bewährte, einfache Verblendungsmassnahmen sind:
- blau/weisse Bänder an Stangen
- blaue oder weisse Tücher, Papier- oder Plastiksäcke über Stangen gestülpt (eventuell parfümiert)
- Baustellen-Warnblinker an Stangen
- akustische Warnsignale (Radio)
Drohne
Ein Fluggerät überfliegt mit integrierter Wärmebildkamera die zu mähenden Wiesen. Die Flughöhe beträgt rund 50 Meter. Die Bilder werden live auf einen Bildschirm übertragen, auf welchen die Kitze aufgrund ihrer Körpertemperatur als helle Flecken in der dunklen Wiese erscheinen. Die Rehkitzrettung mit der Drohne muss vor allem in den frühen Morgenstunden erfolgen, da dann die Temperaturdifferenz zwischen Rehkitz und Umgebung möglichst gross ist. Somit stehen nur einige wenige Stunden für die Suche zur Verfügung, in der nur eine begrenzte Anzahl Felder abgesucht werden können.
Der schonende Mähvorgang (immer nur in Kombination mit Verblenden am Vorabend)
Das richtige Vorgehen beim Mähen kann Tierleben retten. Folgende Prinzipien sind zu beachten:
Quelle: Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen | Quelle: Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen | |
| Zum Anmähen der Fläche ist es empfehlenswert, zuerst bis zur Mitte der Parzelle zu fahren und dann nach aussen weiter zu mähen. Das Zentrum kann gemäht werden, wenn genügend Wendeplatz vorhanden ist. | Bei schmalen und langen Parzellen ist es sinnvoll, erst die Vorgewende und dann die Längsseiten nach aussen zu mähen. |
Gut zu Wissen
Sobald die Rehkitze etwas älter sind, bringen sie sich mit ihrer Rehgeiss selbst in Sicherheit. Ein allein aufgefundenes Kitz ist selten verlassen. Die Geiss ist meist ganz in der Nähe. Ein gefundenes Kitz sollte nicht mit den blossen Händen berührt werden. Zum Umsiedeln können Einweghandschuhe oder auch ein Büschel Gras dienen. Gefundene Kitze sind während dem Mähen mit einer Harasse zuzudecken, um sie am Weglaufen zu hindern und sie zu schützen, bis das Mähen abgeschlossen ist (maximal 2 bis 4 Stunden). Wird ein Kitz gefunden, so muss immer mit einem zweiten oder sogar dritten Kitz in unmittelbarer Nähe gerechnet werden. Rehgeissen setzen in der Regel zwei Kitze.
Wird ein Kitz angemäht und ernsthaft verletzt, muss es aufgrund der Verletzungen leider meist getötet werden. Das Erlösen hat rasch und tierschutzkonform durch einen Wildhüter zu erfolgen. Tote und verletzte Tiere sind der Wildhut via Einsatzleitzentrale der Polizei (041 618 44 66) zu melden (Meldepflicht).
Unterstützung holen
Wenn Sie Unterstützung bei der Rehkitzrettung benötigen, bitten Sie die Ortsgruppe rechtzeitig (Vortag) um Mithilfe. Den zuständigen Ortdelegierten finden Sie auf der Homepage des Patentjägervereins Nidwalden: https://pjvn.ch/home/ortsdelegierte